Kein Gottesdienst = keine Arbeit?

Keine gemeinsamen sonntäglichen Gottesdienste, keine Feste, keine …kreise, keine Leitungstreffen der Ältesten….denkste, vieles findet statt, nur anders als bisher.

Gottesdienste feiern viele und dafür muss einiges vorbereitet werden. Ich selber stelle für jeden Sonntag, in den Kar- und Ostertagen habe ich das auch für jeden der Feiertage getan, Gottesdienste für Zuhause zusammen, die mit Bibel, Gesangbuch und einem Element oder einer besonderen Gestaltung alleine oder mit den Menschen gefeiert werden können, die in eigenen Haushalt leben, und die letzten beiden Samstage habe Schale 19 Dörfer abgeklappert, um die Andachten an die Kirchentüren zu hängen. Seit einigen Sonntagen bastle ich auch ein kurzes ´Wort am Sonntag´-Video zusammen, dass ich per WhatsApp an Gruppen in der Gemeinde sende, mit der Bitte es Vorort weiter zu teilen. Und dabei entdecke ichfiese Art der Verkündigung auch wieder neu und frage mich durchaus meine Fragen. (Die kommen noch.)

Das unsere Kirchen gerade leer und still sind, heißt nicht, dass es keine Gottesdienste gibt. Die sind wieder dorthin gewandert wo sie in verschiedenen Zeiten der Geschichte stattgefunden haben, zu Hause. Was mir sehr schwer fällt, das sind derzeit die Absagen, ich musste alle für das kommende Quartal geplanten Trauungen und Taufen absagen, da die Beschränkungen eine Feier, die nicht still und einsam sein soll, nicht zulassen. Ja, es gibt auch andere Pfarrmenschen, die alle möglichen Klimmzüge machen, um nur irgendwie einen Gottesdienst in der Kirche feiern zu können mit anderen Christen. Mich bremst da zunächst der Gedanken an die „Risikogruppen“ aus, dieses Wort ist gruselig. Die meisten der Geschwister, die an Sonntagen und Festtagen kommen sind eben schon wesentlich reifer an Lebensgeschichte und denen jetzt zu sagen: Nö, ihr dürft nicht, Gottesdienst ist jetzt nur für die Jungen und Fitten…Nee, das halte ich nicht für einen guten Weg.

Es ist gerade ein geistliches Innehalten, da hat niemand eine Pausentaste gedrückt. Bei mir selbst erlebe ich deutlich die Erfahrung dessen was nicht da ist, der unmittelbare Kontakt zu den Menschen. Andererseits suche ich aber auch für mich stärker nach geistlicher Tiefe in dieser Zeit. Ich sehe diese Phase als eine Gelegenheit aufzutanken, beim Lesen geistlicher Bücher, mehr Kontemplation und Gespräch mit Gott zu üben als sonst und ich merke, wie das nach und nach zu einer kleinen Übungsform, Exerzitien, wird. Gewünscht hatte ich mir die sowieso und nun habe ich sie geschenkt bekommen.

Ich will hier mal den den lieben Amtsgeschwistern und ehrenamtlich Helfenden danke sagen, für all die Mühe und den Aufwand die sie auf sich nehmen, um die Botschaft zu den Menschen zu bringen und dazu einfach die Medien der Zeit nutzen, die werden ja auch von der anderen Seite genutzt. Weil eben viele älter sind, sind es da die Radion- und Fernsehgottesdienste, das ist ein eingepflegtes Format und sehr professionell. Dann gibt es die vom Internet berührten, die sich ihre Kanäle suchen, einen Impuls aufnehmen und auf diese Weise Gottesdienst feiern. Dann meine ich gibt es die Selbstständigen, die ihre täglichen Gebete pflegen, mit Gesangbuch, einer Bibel, einen Tagzeitenbuch, den Losungen eben ihren Gottesdienst feiern. Ja und es gibt auch jene, denen fehlt es nicht, wenn etwas nicht mehr da ist und die wieder kommen, wenn Gottesdienst gefeiert wird.

Was mich ja nebenbei interessiert, ob Menschen, die mit Kirche nichts am Hut haben, oder eher unberührt waren, gerade von den vielen Aktivitäten berührt werden.

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