Sommer auf dem Pfarrhof

Es gibt Tage, an denen das Glück nichts Spektakuläres braucht. Keine Fernreise, keine große Veranstaltung, keinen perfekten Plan. Manchmal reicht ein Gartenstuhl, ein Tablet auf dem Schoß, ein Hund, der zufrieden im Schatten liegt – und das Wissen, genau am richtigen Ort zu sein. Gerade im Sommer merke ich immer wieder, warum ich das Leben…

Wo Gott durch die Kornfelder geht – Elegien aus Ähren über Arbeit, Liebe und den weiten Himmel

von Theophilus Kai Elegie der Ernte Junge Männer,vom harten Land geformt,die Schultern breitvom Tragen der Jahre,die Hände rauvom Griff in Erde, Eisen und Korn. Mit freier, sonnengebräunter Brustreiten sie nicht auf Rossen,sondern auf stählernen Erntemaschinen,deren Herz aus Diesel schlägt,deren Räder die Zeitin den Boden schreiben. Vor ihnenliegt das Meer der Felder,golden,funkelnd im Licht des Hochsommers,jede…

https://on.soundcloud.com/ZZkU7fidGjNqFfnkX5 Vom Geist bewegt – Konfirmationen in unserer Gesamtkirchengemeinde An den vergangenen Wocheneden und Feiertagen haben wir in unserer Gesamtkirchengemeinde Konfirmation gefeiert. In Walsleben, Dabergotz, Katerbow, Gottberg und Manker standen junge Menschen im Mittelpunkt, die ihren eigenen Weg mit Gott suchen, fragen und bekennen. Konfirmation ist mehr als ein festlicher Gottesdienst mit schöner Kleidung, Familienfotos…

Auf die Stimme hören

Verlaufen? Kommt vor. Im Leben sowieso, im Glauben erst recht. Der gute Hirte redet nicht lauter als alle anderen Stimmen – aber anders. Leiser. Klarer. Und erstaunlich hartnäckig. Wer hinhört, merkt: Da geht es nicht um Perfektion, sondern um Orientierung. Die Predigt zum Sonntag Misericordias Domini gibt es jetzt online. Vielleicht genau zur richtigen Zeit….

Gott in der Verborgenheit Gottes

Es gehört zu den erstaunlichsten Erfahrungen des Glaubens, dass Gott gerade dort gegenwärtig bleibt, wo Menschen und Institutionen sich von ihm zurückziehen. Die Geschichte des Glaubens ist voller solcher Momente: Zeiten, in denen religiöse Gewissheiten bröckeln, Kirchen leerer werden und die Stimmen der Welt lauter erscheinen als das leise Wort Gottes. Und doch bleibt Gott,…

Nischengott drei Treppen hoch am Straßenrand

Rom kann laut sein. Motorroller, Touristenströme, Stimmen in allen Sprachen – und dann plötzlich eine kleine Kirche, kaum breiter als ein Wohnhaus, drei Treppenstufen hoch, direkt am Straßenrand. Kein monumentaler Vorplatz, keine Prozession. Nur eine Nische Gottes im urbanen Lärm. Gott ist manchmal nicht im Monument, sondern im Absatz. Drei Stufen genügen. Ich trete ein….

Die unnahbare Basilika

Eine unnahbare Basilika Nach dem Requiem, das sich so selbstverständlich in das Leben der Stadt eingezeichnet hatte, betrat ich wenige Stunden später eine andere große Kirche Roms. Wieder Gold. Wieder Weite. Wieder jene architektonische Geste, die sagt: Hier wohnt mehr als nur Geschichte. Und doch war alles anders. Manchmal ist eine andere Kirche wie Fastfood….

Römisches Requiem – Der Tod findet mitten in Rom statt

Rom ist eine Stadt, in der nichts am Rand geschieht. Auch nicht der Tod. Er wird nicht ausgelagert, nicht versteckt, nicht diskret in funktionale Trauerhallen verschoben. Er findet statt – mitten im Strom der Menschen, unter goldenen Mosaiken, zwischen Reisegruppen mit hochgereckten Smartphones und alten Damen mit schwarzen Schleiern. Mein Rombesuch führte mich unvermittelt in…