Ostersonntag

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Ostersonntag

Vorzubereiten

  • Eine neue Kerze, nicht angezündet, für jede*n die/der mitfeiert
  • Ihr Gesangbuch
  • Ein frischer Blumenstrauß
  • Sie können diese Feier zeitig am Morgen, als Auferstehungsfeier begehen, dann hat das sich verbreitende Tageslicht noch mehr Wirkung.

 

Zur Bedeutung der Feier

Wir feiern die Auferstehung Jesu und mit ihr erheben wir uns aus der Zeit der inneren Einkehr der Passionszeit. Wir treten im Glauben in das Licht des Ostermorgens, der kein Ende kennt.

 

Die Feier

Eröffnung

Wenn es Ihnen möglich ist, ein kleines Feuer im Garten zu machen, dann wäre diese ein guter Anfang, die Kerze am Küchentisch zu entzünden ist aber auch gut.

 

eine*r liest- Es war der erste Tag einer neuen Woche, als die Frauen aufbrachen in der Dunkelheit des anbrechenden Tages, um dem Toten einen letzten Dienst zu erweisen. Der Stein vor dem Grab, der ihnen Sorge bereitet hatte, war wegewälzt. Das Dunkel des Todes war besiegt und das Lebens lebt.

Christus ist wahrhaft vom Tod erstanden!

Der Herr ist auferstanden!

  • Er ist wahrhaft auferstanden.

 

Entzünden

Entzünden Sie nun ihre Kerze/n und halten Sie diese in Händen. Wenn es Ihnen möglich, dann sprechen sie den Lobgesang im Stehen.

 

Lobgesang (Exultet)

-Wo möglich im Wechsel sprechen-

Nun frohlocke und jauchze der Himmel!

Nun jubelt alle Engel und Heiligen,

denn Christus hat den Tod besiegt.

Verkündet es aller Welt:

Der Herr hat uns das Heil gebracht.

Es freue sich auch unsere Erde.

Sie ist in dieser Nacht hell

und überstrahlt vom Licht und Glanz des ewigen Königs;

denn sie wird heute frei von Unheil und Finsternis.

Es freue sich mit allen die Kirche Gottes

im Glanze solch wunderbaren Lichtes.

Von unserem Jubel und unserer Freude

soll widerhallen dieses Gotteshaus.

Darum bitten wir euch, Schwestern und Brüder:

Preist mit uns diese Stunde und diese wunderbare Nacht,

in der unser Herr Jesus Christus

in Herrlichkeit vom Tode erstand.

 

Akklamation EG 118

 

eine*r- Der Herr sei mit euch!

Antwort    Und mit deinem Geiste!

eine*r- Erhebet eure Herzen!

Antwort Wir erheben sie zum Herrn!

eine*r- Lasset uns danken dem Herrn, unserem Gott!

Antwort:   Das ist würdig und recht.

 

eine*r– Ja, es ist in Wahrheit würdig und recht und unsere Freude,

dich, unseren Vater, und deinen auferstandenen Sohn,

unseren Herrn Jesus Christus, dankbar zu preisen.

 

Akklamation  EG 118

 

eine*r– Er hat für uns beim ewigen Vater für alle Sünden gezahlt.

Er hat aus Liebe zu uns

alle Schuld der Welt mit seinem Blute ausgelöscht.

Dies ist die Nacht,

die den ganzen Erdkreis von Schuld und Sündenfinsternis löst,

ihn heimführt zu Gottes Gnade

und wieder einverleibt dem Reiche der Heiligkeit.

Ja, dies ist die Nacht, da Christus die Bande des Todes zerriss

und aus dem Grab als Sieger emporstieg.

 

Akklamation  EG 118

 

eine*r– Was nützte uns, geboren zu sein,

hätte uns nicht Christus durch seine Erlösung

das Heil und das ewige Leben gebracht.

Gott, wie wunderbar zeigt sich deine Liebe zu uns.

Wer hätte gedacht,

dass du dich so unser annimmst!

O unschätzbare Freundlichkeit und Liebe Gottes:

Um uns sündhafte Menschen frei zu machen,

gabst du deinen Sohn in den Tod.

O Adams Sünde, wie liebenswert erscheinst du uns,

weil dich tilgen konnte Christi Sterben.

O glückbringende Schuld,

sie brachte uns deinen geliebten Sohn,

unseren Erlöser Jesus Christus.

 

Akklamation  EG 118

 

eine*r– O wahrhaft selige Nacht,

in der Christus von den Toten erstand.

Es ist die Nacht, von der geschrieben steht:

“Diese Nacht ist mir Licht und Glanz und strahlende Freude!”

Ja, in dieser wunderbaren Nacht,

nimmt Jesus, das Lamm Gottes, die Sünde der Welt hinweg.

Er rettet uns vor dem Untergang,

macht uns frei von der Schuld

und vernichtet Bosheit und Hass.

Er schenkt den Trauernden Freude,

den Mühseligen Zuversicht

und allem, was lebt, Eintracht und Frieden.

 

Akklamation  EG 118

 

eine*r– In dieser gnadenvollen Nacht

erstrahle das Osterlicht zu Gottes Ehre.

Ja, dies ist die wahrhaft selige Nacht,

in der Himmel und Erde eins sind

und Gottes Schöpfung von neuem

den Menschen anvertraut wird.

Wir bitten dich, Gott, unser Vater,

lass das Licht unseres Herrn Jesus Christus,

der heute den Tod besiegt hat

und mit dir lebt in Ewigkeit,

niemals in unseren Herzen verlöschen.

 

Akklamation  EG 118

(aus: Das große Liturgie-Buch zur Fasten- und Osterzeit S. 123-125)

 

Lied: EG 99 Christ ist erstanden

 

Ankündigung des Osterevangeliums und Halleluja:

EG 118

eine*r Das Evangelium des heiligen Ostertages steht bei Matthäus im 28. Kapitel, die Verse 1-10.

Antwort: Ehr sei dir o Herre!

EG 118

 

Bibeltext

eine*r liest aus dem Matthäus-Evangelium 28, 1-10

 

eine*r Evangelium, Frohe Botschaft unseres Herrn Jesus Christus!

Antwort: Lob sei dir o Christe!

EG 118

 

Glaubensbekenntnis

Das Osterfest ist das wichtigste Fest der Christen, darum ist es gut, heute einmal das große Glaubensbekenntnis von Nizäa-Konstantinopel zu sprechen, im EG 805

 

Predigt

Liebe Geschwister,

da ist Auferstehung und keinen interessiert´s.

Die Evangelienberichte geben keine klare Auskunft, sie sind eher unverständlich.

Den Frauen wird wie so oft nicht geglaubt, sie werden belächelt, die Männer halten es für Geschwätz.

Und das Evangelium endet heute nicht mit einem jubelnden Freudenschrei des Petrus.

Petrus steht verwundert da, sieht die Leinenbinden und geht nach Hause.

 

Wenn selbst alle vier Evangelien und die Apostelgeschichte beim Thema Auferstehung

  1. immer schnell abbrechen,
  2. einander durchkreuzen, nicht einheitlich sind und
  3. gegenseitig Spannungen und Widerspruche auslösen,

wie soll ich, 2000 Jahre später begreifen, was da passiert ist?

 

Petrus geht einfach nach Hause, weil ihm das nicht einleuchtet, was da passiert ist.

Weder Petrus noch ich, und dazwischen gab es viele schlaue Frauen und Männer, können uns das Handeln Gottes erklären, wie das geht, was da passiert ist…

 

Und an dieser Stelle könnte ich sage:

Der Vorhang fällt, wir schau´n betroffen und alle Fragen bleiben offen. (M-R Ranicki)

 

Nein, der Vorhang bleibt offen, der Stein liegt nicht mehr vor dem Grab.

Ich erlebe, dass Ostern kein Widerspruch gegen die Wirklichkeit menschlichen Lebens ist.

Oft erlebe ich Ostern bei mir, die kleinen Auferstehungen mitten im Leben.

 

Dort wo ich vorher nur Versagen, Scheitern und Tod in meinem Alltag wahrgenommen habe,

da habe ich mich oft um diese Dinge gedreht, sie zu oft allein wahrgenommen und überall lag mein Schatten drauf.

Ich habe mich auf den Tod in der Mitte fixiert und habe die Sonne des Ostermorgens in meinem Rücken nicht bemerkt.

Erst wenn ich mich, von meinem Sorgen und Problemen, den Ängsten und den Verlusten  umdrehe, den Kopf erhebe, sehe ich dass es viel mehr noch ringsherum gibt, dass vom Leben erzählt, mir Leben zeigt, wo ich meinte vom Tod umgeben zu sein.

So ist für mich Ostern, ich sehe denn Tod nicht mehr als Begrenztheit, als Rahmen meines Lebens, nach der Parole: Ich war vorher nichts und bin hinterher nichts.

 

Sondern es ist, als wenn Gott mit der Auferstehung den Rahmen aufbricht, die Begrenztheit des Lebens wegnimmt. Und das Leben zum Leben befreit.

Wenn ich daran glaube, dann gewinne ich einen Blick für das Lebendige, für das worin Leben sich regt und ich erkenne auch, was schon gestorben und mumifiziert worden ist. Und Mumien

gehören ins Museum und nicht in die Kirche oder ins Leben.

 

Diese Botschaft und Hoffnung, dass mit dem Auferstandenen das Leben gesiegt hat, reißt mir die Leinenbinden des Todes von meinen Augen, hinter denen ich zu oft und lange genug nur das Grab gesehen habe.

Diese Botschaft des Sieges und der Hoffnung will mir eine Zukunft zeigen die nicht 1,70m tief reicht, sondern von diesem Augenblick bis in die Ewigkeit, vom Flackern der Osterkerze heute in ihren Häusern bis in die Herrlichkeit Gottes.

Dazu brauche ich ein österliches Denken.

Ein Denken, dass bei Ostern beginnt und Jesus von der dem Leben zugewandten Perspektive aus betrachtet und mit ihm mein eigenes Leben.

 

In diesem Osterglauben gelingt es uns auch, unsere Ortskirchen und die Gesamtkirchen-gemeinde, die kleine Welt in der wir als Gemeinschaft leben, mit unserer kleinen Kraft und einem großen Glauben zu verwandeln

In dem ich und wir als Gemeinde der Lebenden unsere Zukunft und Vergangenheit, im Jetzt der Auferstehung betrachten und gestalten.

Das bedeutet, ich denke nicht mehr von der Welt und ihren Maßstäben über Christus nach und gehe verwundert nach Hause, sondern ich denke alles vom auferstandenen Christus her, dass ist ein Glaube in dem auch mein Verstand Platz hat.

Und dieser Verstand, der im Glauben an das Leben geborgen ist, findet Wege, das Leben eines jeden Menschen wertzuschätzen, ihm Raum und Platz und ein gutes Leben zu ermöglich.

Lassen Sie den Glauben an den Auferstanden nicht in der Kirche zurück, wenn sie zu Hause sind.

Nehmen Sie ihn mit in ihre Nachbarschaft, in ihre Häuser und Familien, auch auf die Arbeit und in die Vereine und dann wieder mit in die Welt, wenn alle Beschränkungen aufgehoben sind.

Denn…

Gott hat für uns den Tod besiegt und Christus ist auferstanden—

Glauben wir das, leben wir danach.

Amen! Halleluja!

 

(Die Osterberichte in den Evangelien: Matthäus 28, Markus 16, Lukas 24, Johannes 20)

 

 

 

Fürbitten

Herr, wir habe die Botschaft deiner Auferstehung gehört: Der Tod ist tot! Das Leben lebt! Durch die Taufe hast du uns jetzt schon in deinen Tod und deine Auferstehung mit hineingenommen, auch in deinen Dienst an den Menschen. So rufen wir zu dir:

 

  • Für alle die in an diesem Osterfest die Taufe empfangen sollte und sich vorbreitet haben und nun nach anderen Terminen suchen müssen. Stärke sie im Glauben und in der Zuversicht. – Wir bitten dich erhöre uns.
  • Als deine Kirche haben wir heute durch Häusermauern und über Straßen hinweg uns zu deiner Gemeine verbunden, hilf und in diesen Tagen nicht ins Grab hinein, sondern aus dem Grab heraus zu schauen. – Wir bitten dich erhöre uns.
  • Für alle Kranken und die unter der Einsamkeit Leidenden, die zur Zeit keine Arbeit haben und um ihre Existenz fürchten. – Wir bitten dich erhöre uns.
  • Beten Sie für sich und alle, die den Glauben an die Auferstehung dringend brauchen

 

Vaterunser

 

Segen

An diesem Tag, der geheiligt ist durch die Auferstehung unseres Herrn Jesus Christus, segne uns der Gütige Gott und bewahre uns vor der Finsternis der Sünde.

In Christus haben wir Anteil am ewigen Leben, in ihm führe uns Gott zur unvergänglichen Herrlichkeit.

Unser Erlöser hat uns durch die Tage seines Leidens zur österlichen Freude geführt, er geleite uns alle Tage bis zu jener Osterfreude, die niemals endet.

Gott segne uns und behüte uns,

Gott lasse sein Angesicht leuchten über uns und sei uns gnädig.

Gott erhebe sein Angesicht auf uns und schenke uns Frieden.

Amen. Halleluja

 

 Lied: EG 110 Die ganze Welt

 

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