Römische Tage

Auf ging’s

Am Dienstag Morgen um halb drei, eine halbe Stunde vor meinem Wecker war ich wach und um 8:55Uhr betraten wir römischen Boden.

Diese Stadt ist für mich zu einer alten Freundin geworden. Es gibt eine tiefe Vertrautheit, durch welche es keine Rolle spielt, wie lange wir uns nicht gesehen oder gehört haben. Wenn es geschieht, dann ist es eine tiefe innere Freude. Die auch durch durchgehendes Regenwetter nicht getrübt wird.

Wie mussten am Flughafen auf unseren Transfer warten , dann auf zum Hotel und ab 14:30Uhr ging’s los mit der Tour und als gute Protestanten sind wir erstmal auf den protestantischen Friedhof gefahren. Da liegen so einige. Alles googlebar. Während andere von uns eher die Berühmtheiten suchten, habe ich mir angesehen was mit ins Auge fällt.

Früchte der Ewigkeit

Der beste Mann von allen hatte sie zuerst entdeckt. Granantapfelsträucher. Herrlich auf einem Friedhof natürlich, sind sie doch Symbole der Ewigkeit. Im Museo Barbarerini gibt es auch ein Gemälde auf dem Jesus auf dem Schoß der Mutter sitzend, eine. Granatapfel zerpflückt und ißt.

Wer Wechselgeld braucht, findets in der Öffentlichen am Colosseum.

Abend in Trastevere bei den Gli Amici de st. Egidio noch ein Freiluftkonzert. Anschließend mit dem Bus zum Hotel. Früher wär ich die Strecke gelaufen, eine Stunde durchs nächtliche Rom.

Buongiorno Roma, es ist Freitag 6:00Uhr und wir stehen auf. Pünktlich um 8:00Uhr öffnen sich für uns die Pforten zu den Vatikanischen Museen.

25.10.2024 Freitag

Um sieben Uhr ging es auf zum Vatikan. Wir hatten einen pünktlichen Start und haben erlebt, egal zu welcher Zeit, Straßen und Busse voll sind. So zuckelte unsere Linie 62 von fast unserer Haustür zum Vatikan. Nachdem wir die Inquisition passiert hatten,

Das sind wirklich Menschen dort oben.

sind wir einmal queer über den Petersplatz und fluchs zu den Vatikanischen Museen, dort hatten wir schlauerweise Karten reserviert, was schon zu dieser Zeit uns eine langes Anstehen ersparte.

Drinnen dann mussten wir uns erstmal orientieren. Also erstmal in die Pinakothek und dann zu den antiken Sammlungen nebst den Etruskern. Als ich mir die Kunstfertigkeit einer 2500 Jahre alten Funde ansah, dachte ich so, dass wir außer Strom genauso weit sind.

Auch die Begräbniskultur stand der unsrigen in nichts nach, vielleicht war sie unserer in der Art und Weise uns im Positiven voraus.

Hier soll es sich um ein „Brudersarkorophag“ handeln. Ich sehe zwei Männer, die gemeinsam bestattet worden sind.

Es habe viel viel zu viel zu sehen und immer und noch mehr Heilige und Päpste und heilige Päpste, da waren Bilder mit Blumen oder gedeckten Tischen eine Erholung für die Augen.

Eines der faszinierenden Werke war dieser „Angelus ramponata„. Es sind großartige Sammlungen. Nur ist es zu viel bevor der Mensch in die Sixtina kommt. Bis dahin ist der Kopf voll und kann diese Pracht nicht aufnehmen. Auch die zeitgenössische Kunst leidet darunter. Auch wenn wir zwischendurch eine Kaffeepause einlegten, waren wir nicht mehr in der Lage, im Anschluss noch in den Petersodom zu gehen.

Gestern, Samstag, wollten wir erneut einen Versuch unternehmen, in den Petersdom zu gelangen, nach unserem Besuch auf dem Campo Santo Teutonico. Stand vor her vor St. Peter eine Schlage, war diese nach dem Friedhofsbesuch um so länger.

S. Maria in Trastevere

Der Campo Santo Teutonico ist nach wie vor ein Besuch wert, gestern etwas herausgefordert durch Baumaßnahmen und eine Niedersächsische Schulklasse. Aber ein. ruhiger Ort. In der Kirche sammelten sich dann die Ritter vom Heiligen Grab zu Jerusalem nebst Damen.

Die Schweizer Garde ist nach wie vor ein Anblick wert in 9 von 10 Fällen.

Wieder an der Inquisition vorbei gekommen, mussten wir nochmal in Richtung Museen, da es dort die Touristinformation gibt, bei der wir mit unserem Rom-Pass die Eintrittskarten für die Engelsburg bekommen konnten.

Eigenartig dieser Rom-Pass, bequem buchbar von zu Hause und eine Menge Sehenswürdigkeiten enthalten, aber immer muss der Mensch zu einer Touristinformation, dort eine Zeit beantragen, ein Billiet ausgehändigt bekommen und dann kann der Mensch erst genießen. Gut wäre es, dazu eine App entwickelt zu haben, bei der genau das passiert, oder es bedurfte Arbeitsbeschafdungsmaßnahmen und bis auf einen Vollpfosten am Pantheon waren die auch äußerst nett und zuvorkommen.

Aber mir fielen dabei Erzählungen ein, die ich gelesen hatten, in denen Menschen ihren Führerschein nach Verlust neu beantragen mussten, ich glaube aus Umberto Ecos Feder stammend, und über die Beantragung eines Telefons Anfang des 20 Jahrhunderts. Bürokratisch stehen sich also Italien und Deutschland in nicht nach. Nur literarisch kenne ich im Deutschen keine so guten Geschichten.

Also nach einem letzten Blich auf die Schweizer Garde, ging es dann über die Tourist-Information auf zur Engelsburg. Wir liefen ein bisschen kreuz und quer durch die Straßen, um den Touristenströmen auszuweichen und kamen nach gut 20 Minuten später an.

Die 12 Male zuvor die ich in Rom war, war ich nie dazu gekommen hineinzugehen. Wobei damals die Sicherheitsbestimmungen lange noch nicht so waren wie heute. Ich habe es noch erlebt, dass Menschen sich auf die Spanische Treppe setzen konnten und picknickten, heute erschallt da der strenge Ruf junger Polizistinnen in Ausbildung. Überall Militär, überall werden Taschen durchleuchtet und der Mensch selbst, daher wußte ich, wo noch Kleingeld in meiner Hosentasche zu finden war und sollte ich mal was nicht finden in meiner Tasche, muss ich hier nur fragen, die wissen sicherlich was wo ist.

Diese gastronomische Einrichtung, über diesem Abschnitt im Bild, fiel mir wieder vor die Füße, hier hatten wir vor gut sieben Jahren gleich zwei Mal gegessen als ich wieder einmal mit mir lieben Menschen diese herrliche Stadt besuchte. Damals hatten wir erschöpft nach dem Besuch im Petersdom nach etwas essbarem gesucht und fanden diesen Ort. Wie wir auf die Idee kamen, damals Fish&Chips zu essen, erschließt sich mir heute nicht mehr. Jedenfalls saßen wir außen und unser Blick fiel durchs Kellerfenster auf ein gerade sich im Aufbau befindendes Mittagsbuffet. Also gingen wir an einem der folgenden Tage erneut hin und aßen köstlich.

Beim Thema Essen möchte ich erwähnen, ich tat es wieder und habe das Gelübde abgelegt, es nur hier zu essen, Kuheuter. Herrlich zubereitet, aber eben nur hier.

Also weiter auf dem Weg zu Engelsburg ging alles sehr flott auch die Rom-Pass-Angelegenheit, diesmal mussten wir nach einer jungen Dame mit roter Weste und orangenem Schirm Ausschau halten. Wir fanden sie flux und mit dem Zettel, den sie uns in die Hand drückte kamen wir ohne anzustehen hinein.

Also nun in der Engelsburg, eine Mischung aus Panzer und der Abteilung Schöner Wohnen. Die Ausichten auf die Stadt waren herrlich, aber auch die Massivität des Gebäudes, wenn der Mensch bedenkt, das es ursprünglich als Begräbnisstätte Kaiser Hadrians (76-138) gebaut worden war. Es ist sehr eindrücklich.

Mein Namensschild war auch schon angebracht. Allerdings würde ich bei der Luft die in einigen Regionen der Burg herrschte und den wenigen Heizmöglichkeiten die es gab drauf verzichten dort einzuziehen. Es hätte auch eine Taverne gegeben, allerdings war die geschlossen.

Es geht im Inneren treppauf treppab und manchmal über ungewohnte Kostruktionen. Immer wieder aber lockte die Aussicht, noch einen Weg weiterzugehen.

Zwei die in Rom überall anzutreffen sind erwarteten uns auch in der Burg. Und ich entdeckte eines der seltenen Fotos der ersten protestantischen Pfarrerin in Rom mit bemerkenswertem Talar.

Nach dieser eindrucksvollen Entdeckung ging es auf zur einem Päuschen am anderen Tiberufer in der Nähe der Chiesa Nuova. Gut war’s und im Anschluss noch ein Eis, damit traten wir unseren Weg in Richtung Lateranbasilika an. Mit der Metro ein Klacks über Termini. Als wir in die Nähe kamen, empfing uns die zweite Allgegenwärtigkeit in Rom, Bauzäune. Also war der weite Vorplatz der Basilika kaum zu erahnen.

Im Inneren aber immer noch so eindrucksvoll wie eh und mir lieber als St. Peter, auch weil es viel weniger Touristen gab. Stattdessen dran eine Krankensegnung statt. In den herrlichen Kreuzgang schafften wir es nicht mehr, die Damen hatten genug vom Tag und schlossen die Tür. Auf jeden Fall etwas für die Liste des nächsten Mals.

Das Können zeitlose Schönheit zu schaffen, in dem das Heilige Herberge findet vermisse ich heute und bin froh, wenn ich Orte wie diesen wieder betrete. Beeindrucken auch durch die Dimensionalität.

Eine der vier heiligen Pforten in Rom. Dürfte nächstes Jahr wieder offen stehen.

Nachdem wir durch eine kleiner die Kirche verließen, waren wir noch etwas shoppen und machten uns auf den Weg ins Hotel, um nach einem Nickerchen und etwas Erfrischung den Rest der Gruppe beim Abendessen zu treffen.

Am Sonntag war dann ein entspannter Tag geplant. Etwas zu Fuß, Luft und weniger Menschen. So fuhren wir bis zur Tiber-Inseln und besuchten dort die Martyrer unsere Zeit in St. Bartholomäus. Auch jenen ursprünglichen Taufstein den Otto I. 999 mit nach Rom brachte aus Dankbarkeit für seinen vorher verstorbenen Freund Adalbert von Magdeburg, möglicherweise für dessen Heiligsprechung mit nach Rom brachte. Vor sieben Jahren konnte ich den noch ganz aus der Nähe betrachten und hineinsehen bis auf den Grund wo eine Quelle sprudelt die dem hier früheren Aeskulapheiligtum diente. Ein kleines bescheidenes Kirchlein das Schätze in sich birgt. Im Anschluss ging es nach Trastevere.

St Bartholomäus mit altem Taufstein.

In Trastevere führte uns der Weg zur Hauptkirche S. Maria in Trastevere.

Eigentlich war gerade Gottesdienst, eben Sonntag, aber für jene die schwiegen und andächtig verharrten, gab es Einlass. Gut, wenn ein Mensch fromm sein kann.

S. Maria in Trastevere immer wieder eine beeindruckende Kirche, auch ohne umherzuwandern. Und nach dem großen Glaubensbekenntnis, was hier allem Anschein nach state of the Art ist, gingen wir weiter durch die Gassen, auf der Suche nach einer mittäglichen Pause.

Die gab es dann mit Cappuccino und Aperol. So kann ein Mittag sein. Und nach der Pause nahmen Kurs auf den Aventin, allerdings streiften wir und dann haben wir uns hineinbegeben in den sonntäglichen Flohmarkt in Trastevere, herrlich es gibt dort alles. Und vor allem Menschen.

Es war ein Schauspiel dieser Markt und noch einmal ein Kontrastprogramm zu dem was uns dann auf dem Aventin erwartete. Zunächst aber der Aufstieg und wir stellten fest, dass Guckloch durch welches der Petersdom zu sehen ist, hält kein Wetter ab beliebt zu sein. In der mittäglichen Sonne standen die Mensch an. Ich eher nicht, ich suchte ein stilles Örtchen in S. Anselmo, dort wusste ich eines, aber am Sonntag ruht der Benediktiner, also war selbst das verschlossen, aber in die Kirche ging’s dann dennoch.

Herrlich, in den Strukturen noch aus dem 5. Jahrhundert.

Nach dem in S. Anselmo alles Dich hatte, hatte ich ein Problem noch immer. Und währen ein Teil unserer Gruppe noch vor dem Schlüssellloch anstand suchte ich fast verzweifelt ein stilles Örtchen. Als ich schon fast eine Verzweiflungstat begehen wollte, ging ich in meiner Not zu meinem Namenspatron. Und siehe da, ein junger Priester öffnete mir eine Tür, die mit einem herrlichen Blick und einen ersehnten Ort schenkte.

Gartenblick von S. Alessio

Und natürlich bekam der Namenspatron etwas für seine Hilfe.

Das Grab und die Treppe unter der S. Alessio lebte.

Und obwohl ich schon einige Male in dieser Kirche war, hatte ich einen Ort noch nicht wahrgenommen, die Krypta aus der Anfangszeit der römischen Kirchen. Die Fresken sind deutlich jünger.

Auf dem Aventin gibt es es drei Kirchen, Nummer drei ist dann S. Sabina.

Ich habe kein Photo von innen gemacht. Ansehnlich ist sie alle Mal. Zu entdecken gibt es aber auch hier eine Menge, neben dem Lapis diaboli gibt es eine der ältesten Kreuzigungsdarstellungen. Fast zu übersehen, aber so ist das in dieser Stadt, das Offensichtliche gibt es an jede Ecke, die Schätze sind oftmals unverhofft und unauffällig.

Nach S. Sabina ging es den alten Weg bergab vom Aventin mit Kurs auf S. Maria in Cosmedien und mal wieder überprüfen, ob wir die Wahrheit gesagt haben. Aber da Stande so viele Menschen, dass wir uns auf die Suche nach etwas essbarem gemacht haben. Wir fanden in der Nähe unsere Hotels ein Restaurant und eigentlich wollte ich nur eine Calzone.

Und dann kam dieses Stück, über zwei Teller. Und absolut lecker. Also der nächste Rombesuch ist anvisiert und das Viertel ist auch klar. Abends gab es dann noch ein abschließendes Abendessen am letzen Abend und einem Restaurant mit hervorragender Küche.

Nein kein Kuheuter, das hatte ich an zwei anderen Tagen. Das sind marinierte Anchovis. Mit etwas Zitrone angemacht und dazu Pizzabrot und Wein. Wie die Abende zuvor rollten wir gefühlt ins Hotel, ein letzter Abend. Am nächsten Morgen wurde zu 10:30Uhr ausgechekt und wir trafen uns im Café, in dem wir den ersten Cappuccino bei diesem Besuch auf römischen Boden tranken.

Eine Sache aber fehlte noch zu einem ordentlichen Rombesuch, ein Streik der ATAC, den gab es nun an unserem Abreisetag. Geplant war mit dem Bus bis Termini, Koffer in die Aufbewahrung und noch etwas die Stadt begucken. Aber nicht nur die oft vermisste Linie 62 kam nicht. Es kam kein Buss, zumindest keiner zum Einsteigen, denn als wollten Sie die Nerven der Wartenden etwas mehr anspannen, fuhren nicht wenige Busse leer durch die Stadt, ebenso die Metro. Also war S. Paul vor den Mauern auch gestrichen.

Ein Blick von der Porta Pia in die Straße, in der wir wohnten.

Es ging dann zu Fuß nach Termini, 20 Minuten sind nun auch kein Akt. Zwei Drittel der Gruppe fanden auf dem Weg ein Restaurant zum Verweilen bis der Flughafentransfer abfahren sollte und der beste Mann von allen und ich hatten noch zwei Termine, drei um genau zu sein, shoppen am Bahnhof musste noch sein, denn im Handgepäck war noch eine Ecke frei bei ihm.

Aber zu erst ging es nach S. Maria Maggiore.

Nettes kleines Kirchlein von dem wir dann gleich durchstarteten zur Fontana di Trevi, zu Fuß, wie Millionen anderer Menschen. Wegen des Streiks schoben sich die Touristen zu Fuß in Kolonnen durch die Stadt, teilweise so dicht, dass ich die Arme nicht ausstrecken konnte. Angekommen zeigte sich ebenfalls das Bild der Baustellen.

Aber mit Sichtscheibe. Lustigerweise sollen Pool aufgestellt worden sein, damit die Stadt nicht auf die Münzen während der Bauszeit verzichten muss, gesehen haben wir ihn nicht. So oder so, ich komme wieder.

Mit einem kurzen Pizzahalt ging es zurück zum Bahnhof, um die Shoppingtour noch zu schaffen, wir waren erfolgreich, in den Süßigkeitenladen zu rennen, auch hier Erfolg und dann eine Stunde vor Abfahrt an der Starion für den Flughafentransfer zu sein. Gott sei Dank so zeitig, wir haben dann gleich mal einen Buss eher genommen, der allerdings kaum losgefahren auch schon eine halbe Stunde Verspätung hatte. Und dann dschungelte der Junge noch achten durch die Stadt, die ein einziger Stau war, dass ich froh war dreieinhalb Stunden vor Abflug den Bis genommen zu haben.

Am Flughafen angekommen war dann alles recht entspannt. Wir waren sogar die ersten beim Boarding. Es hatte einfach niemand Priority-Boarding gebucht und da ich günstig stand war ich gleich dran.

Zwei Stunde später in Berlin gelandet und um ein Auge lagen wir in unseren Betten, oder besser Matratzen, Betten haben wir nicht mehr. Dafür wieder Lust auf eine Romreise.

Hinterlasse einen Kommentar